Dreizehn wagemutige Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q2 sowie Frau Semper und Herr Graumann machten sich in der Woche vom 21.-25.09. auf den Weg nach Vorpommern, dem äußersten Nordosten Deutschlands, um dort eine Woche gemeinsam mit einer gleich großen Gruppe unserer Partnerschule aus dem polnischen Oława zu verbringen.
Zu den üblichen Abenteuern mit der Bahn (Zug-Entfälle, Verspätungen, ungeplante Umwege aufgrund kurzfristiger Baustellen usw.) gesellten sich Radtouren durch die Universitäts- und Hansestadt Greifswald und auf der Insel Usedom, ein Ausflug per Schiff entlang der berühmten Kreidefelsen der Insel Rügen oder auch verschiedene Wanderungen.
Die Gruppe erkundete in einem Stadtspiel die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörige Altstadt Stralsund mit ihrem berühmten Rathaus, dem Hafen und der wuchtigen St.‑Marien-Kirche, welche mit ihrem Turm einst für die Dauer von fast 100 Jahren das höchste Gebäude der Welt war. Der Besuch im Ozeanum machte auf ganz praktische Weise deutlich, welch ein Lebensraum sich unter der Wasseroberfläche der angrenzenden Ostsee und aller anderen Meere der Welt auftut.
Greifswald konnte als Heimat des Malers Caspar David Friedrich aufwarten, der einer der bedeutendsten Vertreter seiner Zunft in der Romantik war und gern die Klosterruine aus Greifswald-Eldena in seine Werke integrierte. Auch Toni Kroos stammt aus dieser Stadt und machte das vergleichsweise unbedeutende „Volksstadion“ als Beginn seiner fußballerischen Karriere bekannt.
Untergebracht war die Gruppe in deutsch-polnisch gemischten Zimmern einer Jugendherberge in Greifswald, wo sie sich zumeist auf Englisch verständigte, aber auch polnisches und deutsches Vokabular anzuwenden suchte. (Dankbarerweise stellte das Deutsch-Polnische Jugendwerk DPJW jedem Teilnehmer ein kleines äußerst anwenderfreundliches Büchlein namens „Versuchs auf Polnisch“ zur Verfügung.) Nach einer Findungsphase über die Woche wollten die Gespräche und Spiele am letzten Abend gar nicht enden.
Die deutsch-polnische Begegnungsfahrt hat uns einen beeindruckenden und schönen Einblick in den Landstrich an der Ostsee mit den beiden größten deutschen Inseln gewährt, immer wieder auch Verbindungslinien zwischen dem polnischen ("Hinterpommern") und deutschen ("Vorpommern") Teil Pommerns offenbart und somit gezeigt, wie eng Polen und Deutschland trotz aller historischer Lasten verknüpft sind. Ganz praktisch wurde das auch an der Hoffnung auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr deutlich. Der Abschied in der Bahn, mit der beide Gruppen zunächst gemeinsam aufbrachen, war sich mit Applaus und Umarmungen so herzlich, dass auch andere Fahrgäste fragten, ob wir diese Atmosphäre noch einmal für sie aufleben lassen würden – sie wollten drei Stationen später aussteigen. ;-)
Müde und nach den sportlichen Aktivitäten mit Muskelkater versehen erreichten nach dem bereits gewohnten Bahn-Chaos mit reichlich Verspätung am Ende alle die Heimat.
Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk DPJW, das die Begegnungsfahrt erneut großzügig förderte!




