Am 27. Januar 1945 hat die Rote Armee das KZ Auschwitz befreit. 1996 wurde der Tag in Deutschland zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt; einige Jahre später zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Obwohl dieser Tag in der politischen Öffentlichkeit begangen und, solange das noch möglich ist, mit Zeitzeugen oder deren Nachfahren zum Gedenken einlädt, ist er in der Gesellschaft oft nicht sichtbar.
Diese fehlende Sichtbarkeit, auch bedingt durch die Ferne der Gräuel des Nationalsozialismus, wollten Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a nicht hinnehmen. Sie wollten VERGANGENHEIT SICHTBAR MACHEN und forderten, man solle ERINNERN STATT VERGESSEN. Und unter diesem Motto entwarfen die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses von Herrn Dr. Rebschloe unter Mitwirkung von Frau Kwadwo-Bühner gemeinsam verschiedene Stationen, um an die Menschen, die während der NS-Herrschaft systematisch verfolgt und getötet worden sind, zu erinnern. Juden, Russen, Polen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, politische Gegner, Zeugen Jehovas, Homosexuelle - um nur einige Gruppen zu benennen, die von Ausgrenzung, Entrechtung, Gewalt und Mord bedroht und betroffen waren.
Die Ausstellung der Schülerinnen und Schüler zeigte illustrierend und exemplarisch die Opfer und informierte über ausgewählte Schicksale sowie generelle (Terror-)Maßnahmen des NS-Regimes und zeigte überdies beiläufig, wie sehr auch bereits Kinder und Jugendliche von der NS-Propaganda instrumentalisiert worden sind. Lerngruppen des Gymnasiums konnten die Ausstellung eine Woche lang besuchen, bevor sie im Rahmen des Tags der offenen Tür auch der Öffentlichkeit zugänglich wurde.
In Anbetracht der Schrecken, die Menschen damals erfahren mussten und die von Deutschland ausgingen, war es den Schülerinnen und Schülern ein besonderes Anliegen, zu erinnern, denn das ist das Mindeste, was wir heute noch tun können, was wir tun müssen - auch mit Blick darauf, dass diese Vergangenheit nicht nur nicht geleugnet werden darf, sondern sich vor allem niemals wiederholen darf. Nirgendwo.