Studienfahrt 13 nach Istanbul

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Wir, die Istanbulfahrer, konnten es kaum glauben, als wir alle am Samstag am Dortmunder Flughafen auf unser Flugzeug warteten. Endlich war es soweit! Gegen 22 Uhr startete der Flieger Richtung Türkei und landete um 2 Uhr türkischer Zeit auf dem asiatischen Teil der Millionenstadt.

Nachdem wir per Bus unser Guesthouse auf dem europäischen Teil erreicht hatten, war man doch froh endlich gegen 5 Uhr schlafen zu können. So schnell wir einschliefen wurden wir auch wieder wach, denn um 6 Uhr erschallte der Ruf des Muezzins! Na, wenn das mal nicht der richtige Einstieg in eine neue Kultur ist!

Nachdem wir gefrühstückt hatten, ging es los. Wir erkundeten zunächst den Stadtteil, in dem wir wohnten, Sultanahmet. Beeindruckt von den vielen Moscheen, Palästen und vor allem dem Wetter, stärkten wir uns bei einer gefüllten Ofenkartoffel auf der Terrasse eines Restaurants. Abends hatten wir Freizeit, die verschieden genutzt wurde. Einige schauten Fußball im „Pascha“, andere schlenderten noch durch die kleinen Gassen und manche waren schon zum Guesthouse  zurückgekehrt.

Am Montag holte uns Inci, unsere Stadtführerin, um 9 Uhr ab. Als erstes besichtigten wir die Blaue Moschee, welche mit einem Springbrunnen davor einen wirklich schönen Hintergrund für eins der unzähligen Gruppenfotos ergab. In der Blauen Moschee kamen auch schon unsere mitgebrachten Kopftücher zum Einsatz. Schuhe aus, Kopftuch auf und bei zu kurzen Hosen oder Röcken (denn das Wetter war super) bekam man noch einen wirklich modischen, langen Rock zum überziehen. Nach der blauen Moschee, auch Sultanahmet Moschee genannt, führte uns Inci zu dem Hippodrom, dem Deutschen Brunnen und der Hagia Sophia, dem Wahrzeichen der Stadt. Anschließend war unser Ziel der Topkapi Palast, welcher früher der Palast des Sultans war. Nachdem wir am Eingang durch eine Sicherheitskontrolle mussten, wurde einem bewusst, was für eine bedeutende Rolle dieser Palast hat. Hier konnten einer Combo aus osmanischen Zeiten lauschen. Wir gingen durch alle vier Höfe durch und kamen letztendlich zu einer Mauer, von der man einen wunderbaren Blick auf die Neustadt hatte. Abschließend ging es noch zu dem großen Basar und zu dem ägyptischen Basar. Abends fand man sich dann bei ein paar Getränken vor dem Hostel zusammen und ließ den Tag noch einmal Revue passieren.

Gruppenfoto in Istanbul

Wegen des Wetterumschwungs machten wir am Dienstag einen Ausflug über die Galatabrücke, welche die Altstadt mit der Neustadt verbindet, nach Beyoglu, der Neustadt. Diese war sehr viel moderner gestaltet und wirkte wie eine europäische Großstadt. Wir besichtigten eine Kirche, welche sehr verwirrend war, denn diese Kirche war zwar christlich, sah jedoch trotzdem wie eine Moschee aus. Mittags gab es dann etwas typisch Türkisches zu essen: Lahmacun. So langsam wurde uns Schülern bewusst, wie vorteilhaft es beim Essen ist, wenn man Türkisch spricht und Lehrer ist. Abends hatten wir wiederum Freizeit. Hierbei erlebten einige Schülerinnen ein kleines Highlight, denn durch Zufall waren diese auf dem Dach eines Hotels (Seven Hills) gelandet und genossen einen 360° Blick auf Istanbul bei Nacht.

Am Mittwoch stand die große Bosporusfahrt auf dem Plan. Wenn man auf der Fähre nach links schaute, konnte man den europäischen Teil sehen und wenn man nach rechts sah, den asiatischen Teil, denn der Bosporus bildet die Grenze. Auf die Frage auf welchem Kontinent man sich denn befindet, kam keine eindeutige Antwort, also waren wir einfach mal zur selben Zeit an zwei Orten! Wir kamen in einem Fischerort an und aßen ein frisches Fischbrötchen. Nachdem einige Referate gehalten wurden und wir mit ein paar türkischen älteren Herren Fußball spielten, ging es auch schon wieder zurück.

Am Donnerstag fuhren wir mit dem Privatbus durch den türkischen Verkehr zu einer Eliteschule namens Fatih Koleji Richtung Büyük Cekmece. Dort wurden wir von dem stellvertretenden Direktor herzlich begrüßt und durch die Schule geführt. Es war interessant zu sehen, wie modern doch so eine Schule sein kann. Neben Flachbildschirmen, einer einem Kino ähnelnden Aula, Schuluniformen und Kellnern mit Fliege im Essenssaal fand man sogar einen Pool vor. Mittags wurden wir zu einem sehr ausgewogenen und köstlichen Drei-Gänge-Menü eingeladen und sogar abschließend mit einem Geschenk verabschiedet. Abends folgte der heiß ersehnte Discobesuch im „Ritim Roof“. Nach einer abenteuerlichen Stadtrallye der Taxis kamen wir gegen 23:30 in der Neustadt an. Von da an wurde zu etwas anderer aber auch akzeptabler Musik getanzt und Spaß gehabt.

Nachdem wir Freitag ausschlafen konnten, hatten wir die freie Wahl bei der Gestaltung des Tages. Doch die meisten entschieden sich für den Großen Basar. Dieser war wirklich sehr beeindruckend, doch auch anstrengend. Da die Istanbuler ein sehr offenes und teilweise sehr aufdringliches Volk sind, konnte man nicht an den Ständen vorbeischlendern oder mal stehen bleiben und gucken ohne mit Sätzen wie „ Hey wie geht’s?“, „Ladies, here very nice, good price“ oder „Willst du nicht was für deine Schwiegermutter kaufen?“ angesprochen zu werden. Trotzdem schaffte man es nach längerem Handeln schöne Anziehsachen, Mitbringsel oder Andenken zu günstigen Preisen zu kaufen, auch wenn man sich oftmals über die Qualität nicht einig war. Danach folgte noch ein Abstecher zum Ägyptischen Basar. Dort gab es nämlich eine Reizüberflutung für die Nase, verursacht durch Gewürze, Tees, türkische Süßigkeiten und andere Leckereien. Abends hatte der allzeit hilfsbereite Guesthouse-Besitzer Ali ein Barbecue organisiert. Dieses war eine gute Möglichkeit, um noch einmal mit allen zusammenzusitzen, zu essen und über die vielen verschiedenen Eindrücke zu plaudern.

Bootsfahrt auf dem Bosporus

Am Samstag, bereits unserem letzten Tag, fuhren wir mit dem Schiff zu den Prinzeninseln auf den asiatischen Teil. Dort konnte man die Insel mit einer der zahlreichen Kutschen umrunden oder diese zu Fuß erkunden. Mittags gab es eine türkische Spezialität, die aus drei Teigrollen mit Füllung bestand. Auf der Rückfahrt hatten wir das Glück eineinhalb Stunden lang auf der sonnigen Seite des Schiffes zu sitzen und unsere Füße einfach mal baumeln zu lassen. Entspannt schlenderten wir zurück zum Guesthouse, um unsere Koffer startbereit zu machen. Abschließend gingen wir abends in eine Shishabar, um ein letztes Mal gemütlich auf Kissen was zusammen zu trinken und das türkische Nachtleben zu erleben. Um Mitternacht kam der Shuttle-Bus, um uns zu unserem Flieger zu bringen, der um 4 Uhr Richtung Deutschland startete.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Istanbul mal etwas ganz Neues war. Auch wenn wir einige Krankheitsfälle hatten und unser Guesthouse nicht das Gelbe vom Ei war, ist es wirklich die richtige Entscheidung gewesen in die Türkei zu fliegen. Eine so andere Kultur werden wir wahrscheinlich nie wieder auf diese Art und Weise kennen lernen. Deshalb: Tesekkür ederim und güle güle!

Julia Wegener